Gewerbe-Passivhaus in Wolfurt bei Bregenz
Energetischer Umbau/Sanierung einer zweigeschossigen Industriehalle
Architekten: Gerhard Zweier, Wolfort Projektbeteiligte: Planungsteam E-Plus, Egg (Haustechnik) Bauherr: Drexel und Weiss GmbH/Gewerbepark Wolfurt GmbH Fertigstellung: Juli 2005 Standort: Gewerbepark Wolfurt Halle 5, Achstraße 42, 6960 Wolfurt Bildnachweis: Drexel und Weiss GmbH
Baubeschreibung Innerhalb von nur zehn Monaten sanierte das Unternehmen Drexel und Weiss GmbH eine 30 Jahre alte Halle in Passivhausqualität. Auf 2.800 Quadratmetern finden nun Produktion und Verwaltung Platz. Im Erdgeschoss befinden sich die gesamten Produktions- und Nebenraumflächen, im Obergeschoss die Lagerflächen, die Kleinteileproduktion und der Verwaltungstrakt, der über die neue, zweigeschossige Eingangshalle und die repräsentative Stahlwendeltreppe erschlossen wird. Neben den Büroflächen, bestehend aus einer Abfolge von Einzel- und Gruppenraumbüros entlang der Ostfassade, und einem komplett neuen Sanitärblock wurde auch ein großer Schulungsraum eingebunden, der in Verbindung mit dem Foyer und der Eingangshalle für verschiedenste Veranstaltungen nutzbar ist. Für mittelfristige Expansionen stehen im Obergeschoss noch 500m2 Optionsfläche zur Verfügung, die in der Zwischenzeit fremd vermietet wird.
Energiekonzept Die Sanierungsmaßnahmen können unter folgenden Punkten zusammengefasst werden: - Die gesamte Gebäudehülle wurde in Passivhausqualität erneuert und mit einer hochwärmegedämmten neuen Fassade aus schwarz lasierten Zementfaserplatten verkleidet.
- Zur optimalen Belichtung wurden an den Längsseiten des Gebäudes großzügige Fensterbänder ausgebrochen. Die Fenster bestehen aus 3-fach Isolierverglasungen, U-Wert 0,6 W/m2K, in speziellen Holzrahmenkonstruktionen.
- Am Dach wurde die Wärmedämmstärke von vierzehn auf vierunddreißig Zentimeter erhöht.
Eine auf den ersten Blick unlösbare Situation stellte allerdings die ungedämmte Bodenplatte (u-Wert 2,3 W/m²K) dar, da eine Innendämmung konstruktiv nicht realisierbar ist. Der zweite Blick – in Form einer dynamischen Simulation – erfüllte aber die Hoffnung, dass sich das Erdreich thermisch viel mehr an der saisonal relativ konstanten Temperatur der Halle orientiert, als am Außenklima. Dies deshalb, weil die „Angriffsfläche“ des Außenbereichs mit ca. 120 lfm Gebäudekante in Relation zur Grundfläche (1800 m²) sehr klein ist. Einzig wichtiges Detail in diesem Zusammenhang war die Anbringung einer umlaufenden Perimeter-Dämmung.
Darüber hinaus waren die konstruktiven Details in Bezug auf Wärmebrücken und Luftdichtheit passivhaustauglich zu gestalten, was nur in wenigen Bereichen durch die Sanierung erschwert oder gar verhindert wurde. So konnte rechnerisch eine Energiekennzahl von 10 kWh/m²a erreicht werden, wissend, dass es im Sanierungsbereich kaum möglich ist, auch die letzte Wärmebrücke zu erfassen und zu quantifizieren. Dennoch scheint der Passivhausstandard (Heizwärmebedarf 15 kWh/m²a) mühelos erreicht werden zu können.
Zum Einsatz kamen im Bürobereich eine Lüftung mit Wärmerückgewinnung, Heizung und Brauchwasserbereitung in Form eines Kompaktgeräts – die Wärmepumpe nutzt die Energie der Abluft. Konventionelle Radiatoren oder andere statische Heizflächen werden hier nicht benötigt. Räume, die hingegen nur sporadisch benutzt werden (Schulungsraum), oder aber geringe Schadstoffemissionen in Relation zur Raumgröße aufweisen (Produktion, Lager) werden über Radiatoren, bzw. eine Umluftheizung erwärmt. Die Erzeugung der geringen Restwärme erfolgt über eine Grundwasser-Wärmepumpe, da ein Grundwasserbrunnen aus der früheren Nutzung (Klimatisierung der ehemaligen Textil-Fabrikationshalle) genutzt werden kann.
Infomaterial und Beratung
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 Das zweigeschossige rote Eingangsportal bestimmt die Ansicht nach der Sanierung
 Die von weitem sichtbare Firmenbeschriftung am Dach
 Gebäude vor der energetischen Sanierung |
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